|
Da Istrien zur
Zeit (seit 1991) von drei Nationalstaaten regiert wird, Italien und
Slovenien im Norden, Kroatien in Mittel- und Südistrien,
werden offiziell drei Sprachen gesprochen:
Im italienischen Teil Istriens sind Italienisch
und Slovenisch offizielle Amtssprachen, im slovenischen Teil ebenso
und im kroatischen Teil Istriens sind Kroatisch und Italienisch
die Amtssprachen. Die Teilgebiete sind jeweils bilingual, Gesamtistrien
trilingual.
 Zweisprachige
Verkehrsschilder in Istrien ein Dorf bei Motovun - Montona. Europäische
Projekt: La strada del vino - Die Weinstraße
Daneben werden in einigen Gegenden weitere Sprachen
von der dort ansässigen Bevölkerung gesprochen: In der
Cicciaria, dem Hochplateau an der nordöstlichen Grenze von
Istrien bis hinab nach Labin-Albona sprechen die Einwohner Rumänisch,
in Pola spricht die österreichische Minderheit Deutsch
und in einigen Gegenden wird Albanisch gesprochen von Einwanderern
aus dem Kosovo aus der jugoslawischen Regierungszeit. Natürlich
ergeben sich daraus jede Menge politische Auseinandersetzungen,
Polemik
und Animositäten gegenüber Minderheitensprachen, insbesondere
von den gerade erst aus dem Nationalrausch erwachten neuen Staaten
Slowenien und Kroatien, die sich an die noch ungewohnten demokratischen Basics der
EU nur langsam anpassen. Auch ist die Idee der 'Bürger-' oder
'Zivilgesellschaft' noch unbekannt und der nationalistische Druck durch die Behörden auf
die Dorfbevölkerung ist immens.
Typisch istrianisch oder besser gesagt authentisch
für die Region ist keine der drei offiziellen Sprachen. Sie wurden
mehr oder weniger von 'oben' durch die Regierung und das Schulsystem
eingeführt und in den 'drei Istrien', die durch willkürliche Grenzziehungen der jüngeren
Geschichte erschaffen wurden, durchgesetzt.
Die von der ethnisch
gemischten istrianischen Bevölkerung typisch gesprochenen
Sprachen sind das Venezianisch, das Istrioto und das Istro-rumänisch
(arumänisch, morlakkisch = walachisch),
die wiederum Kategorien bzw. Mischungen der italienischen Dialekte sind
(venezianisch,
friaulisch, alpenromanisch, dalmato-romanisch, veglioto). Daneben
werden in Istrien slawischen Dialekte (cakavisch
und kajkavisch) gesprochen, die mit venezianische und alpenromanisch
gemischt sind, das von der eigenen Bevölkerung Ponas genannt
wird. Woher kommt das?
Alpenromanen,
Langobarden und Venezianer
In
gesamt Istrien und Friaul wurden ursprünglich alpenromanische
oder ladinische Dialekte gesprochen (siehe Karte1 und Zitat 3 und 12 weiter
unten). Fälschlicherweise taucht seit der jugoslawischen
Besatzung 1945 die Propaganda in vielen Istrien-Beschreibungen auf, die Kroaten hätten
Istrien im 6. Jarhundert besiedelt. Damit wurde damals ein
Argument geschaffen, die Annektion Istriens nach
dem zweiten Weltkrieg voranzutreiben und ethnisch zu begünden,
da es sonst keine Begründungen gab, denn Istrien ist eigentlich
eine antike italienische Region ebenso wie der Veneto (Ventia et
Histria, X Region Italiens). Die Ostgrenze Italiens bildet der Fluss
Arsia (Rasa) (siehe Dante Alighieri). Westlich des Flusses befindet
sich Istrien, östlich Liburnien. Istrien war nicht von Slawen
sondern von den Istriern besiedelt, die wie die Friauler
Alpenromanen waren. Ein typischer alter alpenromanisch-ladinischer Familienname
ist z.B. 'Antonaz', der Geburtsname der Schauspielerin Laura Antonelli
aus Pola, dessen Vater aus Pazin/Pisino/Mitterburg stammte. Die Slawen (Kroaten
oder Slowenen) siedelten nachweislich
nicht in Istrien sondern nur östlich der Cicciaria und in Liburnien
und zwar ab dem 10. Jahrhundert (siehe Karte 1 und Zitat 4), auch dort vermischten
sie sich natürlich mit der einheimischen
Bevölkerung der Liburner, die auch in den Marken in Italien
zu Hause sind. Nachgeweisen ist, dass die deutschen
Langobarden (aus der Gegend bei Hamburg, 'Elbgermanen') im Norden Istriens siedelten
(siehe Karte 1 und Zitat 10). Noch heute findet man langobardische Ortsnamen im Inneren Istriens
wie der Ort 'Grimalda' (von dem langobardischen Namen 'Grimoaldo') oder
den Ort 'Racizze' (von dem langobardischen Namen 'Ratchis'),
beide im Norden bei Pinguente/Buzet. In diesen Dörfern sieht
man einige Menschen mit hellblonden Haaren und nordischen Gesichtern,
die ebensogut aus Schweden stammen könnten.
Dies wird in der
heutigen kroatischen Geschichtsschreibung anders dargestellt. Dort heisst es, die
Langobarden hätten das angeblich seit dem 6. Jahrhundert slawisch besiedelte Istrien
überfallen, ausgeplündert und wären weitergezogen.
Beide Angaben stimmen nicht, weder war Istrien slawisch besiedelt
noch sind die Langobarden plündert durch Istrien gezogen
sondern sie haben sich dort ebenso wie im Friaul bei den Alpenromanen
niedergelassen und das Langobardische Königreich gegründet,
das erst unter Karl dem Großen aufgelöst wurde (Siehe Karte 1 und Zitat 10 weiter unten).
 Karte
1: Romanen,
Germanen und Slawen im Alpenraum, 8. Jahrhundert
Nach
den Langobarden kamen vermehrt Venezianer in die Region.
Durch die Entstehung der Republik Venedig setzte sich an
der Küstenregion die venezianische Sprache durch, ebenso
in den antiken Städten und deren Einzugsgebieten im Inneren Istriens wie Montona, Draguccio,
Pinguente, Pisino, Canfanaro, Sanvincenti und im liburnischen Albona.
Slawische
und rumänische Ansiedlungen durch die Republik Venedig
In den kleineren Dörfern und Weilern im
östlichen Teil Istriens und teilweise in und um Pazin/Pisino/Mitterburg wurde eine Mischung aus den
slawisch-morlakischen
Dialekten, dem venezianischen und dem friaulischen gesprochen, von
der Bevölkerung 'Ponas' genannt. Es existiert
kein einheitliches 'Ponas', daher lässt sich auch kein einheitlicher
Begriff für diese Dialektmischungen nennen. Je nach Dorf, nach Stadtnähe, nach
Mischung des Familienclans war die Gewichtung mal mehr venezianisch,
mal mehr slawisch/rumänisch. Außerhalb Albonas nennen die Bauern ihre
Mischsprache z. B. Labinski. Im Dorf Grimalda sprechen die 'grimaldesi'
einen venezianisch-slawischen Dialekt gemischt mit uralten alpenromanischen
und deutschen Begriffen, selbst der Hauptplatz von Grimalda heisst
dort seit Jahrhunderten ganz einfach 'Platz', weder ital. 'Piazza'
noch kroat. 'Trg'. Die slawischen Dialekte gehen zurück auf
die Einwanderer aus Dalmazien und Bosnien (hauptsächlich nomadisierende
Morlaken [Maurowalachen oder vlachi-mori = slawisierte Rumänen,
Istrorumänen], (siehe
Zitate 4-7 weiter unten und Alberi,
'Istria') )
und Montenegro (im Dorf Peroi), die im 15. und 17. Jahrhundert
vor dem osmanischen
Reich nach Dalmazien geflohen waren und in der Republik Venedig Asyl gefunden hatten. Von
Venedig wurden diese Flüchtlinge dann in einigen Dörfern im Hinterland Istriens,
in der Cicciaria und in Liburnien
angesiedelt, die durch die Pest z.T. entvölkert waren (jede
Ansiedlung wurde genauestens von der venezianischen Verwaltung dokumentiert.
Diese Dokumente befinden sich noch heute in den venezianischen Staatsarchiven
und können eingesehen werden (siehe Alberi 'Istria')). Diese Ansiedlungspolitik
ging nicht ohne grosse Widerstände der einheimischen, romanischen
und venezianischen Bevölkerung
von statten. Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte haben sich die
Ethnien und deren Sprachen assymiliert und vermischt. Ein berühmter
Halb-Morlake ist der Reformator Matthias Flacius (Flacius = Vlacich)
aus dem liburnischen Albona, dessen Mutter Giacobea allerdings
Italienerin aus dem albonensischen Patriziergeschlecht der 'Luciani' ist. Er selber bezeichnete
sich auch als Venezianer und nannte sich 'Matheus de Franciscis'. Überall in Istrien findet man heute
noch den walachischen Dorfnamen 'Katuni' oder 'Cattun'. Die slawischen Dialekteinflüsse
des 17.
Jahrhunderts sind über Jahrhunderte
unverändert geblieben, da diese Flüchtlinge in der Republik Venedig isoliert
waren und keinen
Bezug zu den slawischen Sprachentwicklungen in Kroatien oder
Serbien hatten.
Österreichische
Sprach- und Bevölkerungspolitik: Teile und herrsche!
Erst mit
der Einführung kroatischer Schulen unter österreichischer
Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts wurde versucht eine reine kroatische Sprache in
Istrien einzuführen,
hauptsächlich um die gemischte Bevölkerung im Inneren
Istriens zu kroatisieren, insbesondere die Morlaken, und sich politisch als pro-österreichische "Kroaten"
gefügig zu machen (Österreich hatte sich schon der Kroaten
bedient, um gegen Ungarn zu kämpfen und nun gegen Italien). Damit hätte Österreich ein politisches
Gegengewicht geschaffen, gegenüber den irredentistischen Istrianern (Italien-Anhängern)
an der Küste und in den Städten, die für eine Loslösung
von Österreich und Anschluss an Italien waren. Genutzt wurde
auch die Macht der Kirche, so haben unter Österreich versandte
slawische
Pfarrer in den Dörfern Namen slawisiert: aus Bartoli wurde
Bartolich (siehe auch Zitat 18), aus Gutenecker wurde Wodnikar, aus Schönberger
gar Sumberac.
 Grabsteine
der uralten istrianische Familie Walderstein bei Draguccio/Draguc. Hier
kroatisiert als 'Bolterstajn'
Bis 1910 hatte
das neue Kaiserreich Österreich die Sprachkarte zu seinem Vorteil
verändert und gleichzeitig die Grenzen der Region Istrien nach
Osten ausgeweitet: der slowenische Karst und Liburnien wurde Istrien
einverleibt, nicht aber das irredentistisch-italienische Triest
und Venezia Giulia. Der Grund dafür liegt nahe. In den ohnehin
fragwürdigen Statistiken (die Mehrheit der morlakischen Bauern in den Dörfern
waren Analphabeten, die sich nicht kümmerten um die Statistiken
der Pfarreien) konnte nun eine 'Mehrheit' der 'slawischen/kroatischen' Bevölkerung
auf dem Lande nachgeweisen werden. In den 'gebildeten' Städten
Istriens war dies nicht möglich. Die Statistiken mussten wohl oder übel
eingestehen, das die grosse Mehrheit der Einwohner in den Städten
italienisch war, sogar im liburnischen Albona (heute Labin), in Fiume
(heute Rijeka) und auf den Inseln Lussino (Losinj), Cherso (Cres) und
Veglia (Krk).

Karte
2: Sprachkarte
Österreichs um 1910
Nach
obiger österreichischer Sprachkarte (Karte 2) herrschte an der dichtbesiedelten
Westküste und im Norden nach wie vor das italienische
Venezianisch (gelb) vor, im Inneren Istriens im Norden sprach die
Bevölkerung auf dem Lande mehrheitlich angeblich 'slowenisch' (gestreift-grün), im
wenig besiedelten, gebirgigen Osten, im Karst, in der Cicciaria
und in Liburnien mehrheitlich ein angebliches 'kroatisch' (hellgrün) und Istrorumenisch (blau). Auffallend
ist an dieser Karte 2, dass unbesiedeltes Gebirge im Karst und in
der Cicciaria, die in Karte 1 weiss eingezeichneten Flächen,
hier als slowenisch und kroatischsprachig eingetragen sind und damit
slowenische und kroatische Bevölkerung suggerieren, wo eigentlich
gar keine Bevölkerung vorhanden ist. Auch dieses fragwürdige
Vorgehen ist
ein weiterer Hinweis darauf, dass die österreichischen Sprachkarten
von Istrien politischen Zwecken diente. Denn tatsächlich war
dieses österreichische 'Istrien' in 50 Kommunen aufgeteilt: davon waren
offiziell nur 13 slawisch und 37 italienisch verwaltet. Auch stellt
sich bis heute die Frage wo die Morlaken geblieben sind, die nomadisierden
rumänischen Wanderhirten, die den größten Anteil
der Bevölkerung auf dem Lande im Inneren Istriens stellte,
seit der o.g. venezianischen Ansiedlungspolitik.
Bevölkerung
nach Sprachen 1921 (grober Überblick)
Die
Statistik ist nach der Frage der Muttersprache ausgeführt worden
und folgert daraus eine zweifelhafte ethnische Zugehörigkeit,
die von den Istrianern selbst ganz anders gesehen wurde.
Küste Istriens
|
Ort 1921
|
Italiener
|
Slawen
|
sonstige*
|
total
|
|
Capodistria
|
10.556
|
1.419
|
97
|
12.072
|
|
Isola
d'Istria
|
6.110
|
2.340
|
7
|
8.457
|
|
Pirano
|
13.332
|
764
|
62
|
14.158
|
|
Umago
|
6.335
|
1
|
6
|
6.342
|
|
Cittanova
|
2.216
|
-
|
5
|
2.221
|
|
Parenzo
|
9.309
|
2.932
|
11
|
12.252
|
|
Orsera
|
2.293
|
2.878
|
-
|
5.171
|
|
Rovigno
|
9.482
|
499
|
41
|
10.022
|
|
Valle
|
2.148
|
447
|
2
|
2.597
|
|
Dignano
|
5.945
|
4.573
|
18
|
10.536
|
|
Pola
|
41.125
|
5.420
|
2.778
|
49.323
|
Hinterland
Istriens
|
Ort 1921
|
Italiener
|
Slawen*
|
sonstige
|
total
|
|
Buie
|
7.341
|
14
|
20
|
7.375
|
|
Canfanaro
|
3.638
|
173
|
-
|
3.811
|
|
Gimino
|
1.025
|
4.655
|
-
|
5.680
|
|
Grisignana
|
3.586
|
406
|
-
|
3.992
|
|
Monte di
Capodistria
|
2.343
|
2.049
|
5
|
4.397
|
|
Montona
|
1.955
|
4.366
|
-
|
6.321
|
|
Pinguente
|
4.160
|
12.185
|
16
|
16.361
|
|
Pisino
|
8.611
|
9.175
|
205
|
18.091
|
|
Portole
|
2.825
|
2.819
|
3
|
5.647
|
|
Rozzo
|
417
|
2.981
|
1
|
3.399
|
|
Sanvincenti
|
2.566
|
539
|
|
3.105
|
|
Verteneglio
|
2.764
|
60
|
1
|
2.825
|
|
Visignano
|
3.580
|
1.428
|
1
|
5.009
|
|
Visinada
|
4.121
|
288
|
-
|
4.409
|
|
Antignana
|
352
|
3.866
|
-
|
4.218
|
*
Im Hinterland meist slawisierte Morlaken
Quarnero
Inseln
|
Quarnero/Kvarner
Inseln 1921
|
Italiener
|
Slawen
|
sonstige*
|
total
|
|
Cherso
|
4.266
|
3.435
|
80
|
7.781
|
|
Ossero
|
2.049
|
345
|
2
|
2.396
|
|
Lussingrande
|
1.227
|
694
|
143
|
2.064
|
|
Lussinpiccolo
|
6.435
|
372
|
224
|
7.031
|
Liburnien
|
Ort 1921
|
Italiener
|
Slawen
|
sonstige*
|
total
|
|
Albona und
Arsa
|
7.737
|
6.405
|
55
|
14.197
|
|
Fianona
|
1.190
|
3.266
|
959
|
5.415
|
|
Laurana
|
1.634
|
1.866
|
148
|
3.648
|
|
Mattuglie
|
234
|
8.404
|
139
|
8.777
|
|
Volosca
Abbazia
|
2.786
|
3.607
|
1.561
|
7.954
|
|
Matteria
|
23
|
5.058
|
23
|
5.104
|
|
Valsana
Marina (Moschiena)
|
3.013
|
16
|
31
|
3.060
|
Karst
|
Ort 1921
|
Italiener
|
Slawen
|
sonstige
|
total
|
|
Castelnuovo
|
177
|
7.046
|
36
|
7.259
|
|
Villa del
Nevoso
|
4
|
4.451
|
93
|
4.548
|
|
Villa
Slavina
|
162
|
1.702
|
42
|
1.906
|
|
Aidussina
|
176
|
7.288
|
90
|
7.554
|
|
Divaccia -
S.Canziano
|
131
|
2.783
|
13
|
2.927
|
|
Elsane
|
28
|
4.083
|
16
|
4.127
|
|
Erpelle
Cosina
|
45
|
2.509
|
7
|
2.399
|
* 'Sonstige'
sind zumeist Deutsche in Pola, Abbazia und Lussinpiccolo. Es bleibt
ungeklärt wo die Morlaken der länlichen Regionen Istriens
und die Istrorumänen aus der Gegend des
Flusses Arsa zugeordnet wurden.

Sprachpolitik
des faschistischen Italiens und des komunistischen Jugoslawiens
Die
österreichische Sprachpolitik wurde nach
dem ersten Weltkrieg unter italienischer Herrschaft von
den Mussolini-Faschisten rückgängig gemacht, die durch Schliessung
der kroatischen und deutschen Schulen versuchten im Inneren Istriens die reine italienische Sprache einzuführen
und die slawischen oder slawisierten Namen wiederum italianisierten.
So wurde aus Bartolich wieder Bartoli und aus dem Schönberger
Sumberac jetzt Sumberga.
Immerhin hat Italien den Istro-Rumänen seinerzeit eine eigene
Schule in deren Sprache gefördert. Nach
dem zweiten Weltkrieg wurden unter jugoslawischer Herrschaft die italienischen Schulen wieder
geschlossen,
die Sprache wurde unter der Tito-Diktatur offiziell verboten und nur noch
im privaten Bereich gesprochen.
Alle Personen- und jetzt auch die Städtenamen wurden per Dekret von 1945 slawisiert.
Selbst Österreich hatte die historischen Städtenamen nicht
geändert. Nach den ethnischen Säuberungen durch kroatische Tito-Partisanen
im zweiten Weltkrieg (sog.
Infoibamenti 1943, siehe Zitat 14 a) und in den Jahren danach bis 1954, als Südistrien
entgültig unter jugoslawischen Herrschaft kam, hat die italienische
Bevölkerung gelitten. Selbst der nicht gerade zimperliche Winston
Churchill, der Tito militärisch unterstützte, schrieb
an Stalin fassungslos einen Beschwerdebrief über die Grausamkeiten
in Istrien (sieh Zitat 14 b). Über 200.000 Istrianer italienischer
Sprache haben den jugoslawischen Teil auf Grund
des Terrors verlassen, rund 45.000
sind bis heute dort geblieben (bei der Volkszählung 1991 zur
Unabhängigkeit Kroatiens waren rd. 100.000 Italiener verzeichnet)
und bilden nun die italienischen Minderheiten
in Kroatien und Slowenien (siehe Zitat 15).
Die grösste zusammenhängende Gruppe der Flüchtlinge
und deren Nachkommen, rd.
60.000, lebt heute im nahen Triest und Umgebung. Der 10. Februar ist heute in
Italien ein nationaler Gedenktag zur Erinnerung an den Exodus und
die ethnischen
Säuberungen
in Istrien.
Sprachen heute
Die
Sprachvielfalt in Istrien wurde zum Politikum und ist es heute noch.
Unter Kroatien und Slowenien gibt es auf Verlangen der Bevölkerung
wieder einige
italienische Schulen und Kindergärten. Auf den Ämtern und
vor Gericht darf offiziell wieder italienisch
gesprochen werden, denn es ist die zweite Amtssprache. Auch ist italienisch ein Pflichtfach in kroatischen
Schulen Istriens. In den Neuauflagen deutschsprachiger Touristenführer
wie Marco Polo oder ADAC haben diese Sprachentwicklungn noch keinen Eingang
gefunden. Dass Istrien offiziell ebenso
bilingual ist wie Südtirol/Alto Adige wurde in den Billig-Heftchen
bisher völlig ignoriert.
Das ist ein klarer Verstoß gegen die von der EU fesgesetzten
Minderheitensprachen-Rechte. Die istrische Sprache Istrioto wird nicht einmal erwähnt. Anders
in Veröffentlichungen über Südtirol oder über
das Friaul. Veröffentlichungen über Südtirol sind
zuemist korrekt zweisprachig. In Veröffentlichungen über
das Friaul wird die alpenromanische Sprache 'Furlan' stets erwähnt.
Dank der Bemühungen
von Pier Paolo Pasolini hat sie inzwischen internationale Anerkennung gefunden
hat (s. Zitat 12). Obwohl in Istrien selbst die italienische Trikolore
an allen öffentlichen Gebäuden weht, gleichberechtigt
neben der kroatische Flagge, weigern sich die bundesdeutschen Verlage
dies anzuerkennen. Manchmal wird in Istrien die Trikolore wegen
der kroatischen Behörden
versteckt gezeigt, wie bei den dreifarbigen Windrädern in Montona.
 Die
Trikolore (rechts) neben der kroatischen Flagge (mitte) und
der Flagge der Stadt Pola-Pula (links) am Rathaus von Pola
 Die
Trikolore-Farben rot-weiß-grün verteckt als Windräder
in einem Cafe in Montona - Motovun
Schaut
man sich den gesamten Sprachzyklus eines älteren Istrianers
während seines Lebens an, so beginnt dieser in der Kindheit
mit der deutschen Amtssprache unter Österreich, der italienischen
Amtssprache in der Jugend unter Italien, der serbo-kroatischen
Amtssprache in den reiferen Jahren unter Jugoslawien und der kroatischen,
slowenischen und italienischen Amtssprache als Pensionär im
dreigeteilten Istrien. Dieser Istrianer hat sein Dorf
selten verlassen und dort spricht er mit seinen Nachbarn mal venezianisch,
mal ponas, mal istrioto und mal istro-rumeno, jeweils mit immer
neuen Einflüssen, die sich aus den jeweiligen Amtssprachen
ergeben hatten. Noch heute sind die Stadtnamen nicht eindeutig.
Auf deutsch heißt die Stadt 'Pula' (in Deutschland) auch 'Pola'
(in Österreich), wie auf einer
neuangebrachte Marmorplakette aus den neunziger Jahre zu lesen ist.
Der Marinefriedhof in der
Stadt Pola
Dreisprachige
Plakette am Marinefriedhof der Stadt Pola - Pula
Neben all den historischen und
politischen Einflüssen auf die Sprachentwicklung, ist eine sprachliche Besonderheit hervorzuben:
das Istrioto, die älteste
istrische Sprache, ursprünglich in ganz Istrien verbreitet, wird noch
heute von der
Bevölkerung im südlichen Teil zwischen Rovigno-Rovinj und Pola
gesprochen. Sie ist
die einzige Sprache, die direkt auf das Vulgärlatein zurückzuführen
ist,
wie es von der römischen Bevölkerung vor 2000 Jahren gesprochen
wurde.
Istrioto
Damit
hat Istrien seit 2000 Jahren hat eine eigenständige Sprache. Das Istrioto wird
in den Städten Rovigno - Rovinj, Valle - Bale, Dignano - Vodnjan,
Gallesana - Galezana, Fasana, Valbandon, Sissano und teilweise
in Pola und den umliegenden Gegenden, Weilern und Gehöften
gesprochen.
Oun fià de boùmbaro
Cumo sbrudèigà anca sùlo dùi rèighe par sto paìs ch'a zì cussèi spesial insèina truvàghe fòra quil scalèin
ch'a zi caiòu al porton ch'a zi sparèi
de vate me la pisca. E
la yerba se inscourèisso - la peiòva la là fà
crìssi - a no tùrna cònto favelà de
ièri. (Loredana
Bogliun, Poesie in Istrioto aus Dignano)
  Fasana
- Fazana links: Kapelle mit typisch istrianischer Loggia, rechts:
Mole am Hafen von der man zu den Brioni-Inseln übersetzt
 Dignano
- Vodnjan Rathaus, Zentrum des Istrioto
 Rovigno
- Rovinj
| |
|
|
I dèizi ca sta lengua la zì masa ruosche
Ca nu la zì gnanca talian, ca zì
struguoto.
I nu sà sti rave, ca stu gialìto zì stanpà
Int'el giamanto griezo da Ruma.
Ch'el tenpo uò fusconà ma nuò zgurbà del
dòuto E cu lu sento favalà par mèi a zì
mòuzica. (Gianclaudio
de Angelini, Poesie in Istrioto aus Rovigno)
Forschungen
zum Istrioto gibt es inzwischen weltweit, hervorzuheben sind die
Forschungen von Gianclaudio de Angelini aus Rovigno - Rovinj (forscht
heute in Rom und stellte das erste Lexikon Istrioto-Italienisch
zusammen) und Robert Blagoni aus Pola. Über die Grenzen
hinaus bekannte Poeten des Istrioto sind seit Jahrzehnten Loredana
Bogliun (ehemals Vize-Präsidentin der kroatischen Teilregion
Istriens), Lidia Delton aus Dignano - Vodnjan und Ligio Zanini aus
Rovigno - Rovinj.
Mehr zu Istrioto findet Ihr hier:
Istrioto
- Il linguaggio del Istria meridionale (Istrioto - Die Sprache in
Südistrien) von Gianclaudio de Angelini
Poesie in istrioto von Gianclaudio de Angelini Textbeispiele
(1) des Istrioto
Textbeispiele
(2) des Istrioto
Poesie
in Istrioto von Loredana Bogliun
Sprachkarte
Istriens
Der
dunkel schattierte Bereich im Südwesten bezeichnet
die Gegend, in der heute noch Istrioto gesprochen
wird. Die Amstsprachen italienisch, slowenisch und kroatisch
sind nicht berücksichtigt, da sie definitionsgemäß
in den jeweiligen Ländern überall gesprochen
werden und somit nicht typisch für Istrien sind.
Interessant sind hier nur: Istro-venezianisch, Istrioto,
verschiedene nicht definierbare slawisch-italienische Mischdialekte (Ponas), und Istro-Rumänisch.
 Karte
3: Sprachen/Dialekte in Istrien
NB:
Was hier Sprache oder Dialekt genannt wird sei dahingstellt,
da es unterschiedliche Definitionen gibt, was wann eine
Sprache sei oder Dialekt genannt wird. Auch hängt
dies von politischen Opportunitäten der nationalen
Sprachinstitute
ab. Dieser Text
richten sich also nicht an eine sprachwissenschaftliche
Theoriediskussion. 'Ponas'
sei hier weder Sprache noch Dialekt, weder kroatisch
noch italienisch, sondern die von der Bevölkerung
'Ponas' genannten undefinierbaren bisher ungezählten
Mischformen, so, wie sie im Inneren und im Osten Istriens
gesprochen werden, ebenso in der Cicciaria
und in Liburnien und die in keiner bisher bekannten Sprach-oder
Dialektdefinition
kategorisiert werden können. 'Ponas' benennt eine
Abgrenzung von dem Venezianischen oder dem Istrioto.
Daher belassen wir es bei dem Wort 'Ponas', ein
Wort, das von der Bevölkerung selbst gewählt
wurde.
Zitate
- Dialekte des Italienischen [Voegelin &
Voegelin 1977: 297/298]: a) Zentralitalienisch, aa) Marchigiano, ab) Modern
Roman, ac) Nordlatinisch, ad) Umbrisch, b) Norditalienisch, ba) Galloitalisch,
baa) Emilianisch, bab) Ligurisch, bac) Genovesisch, bad) Lombardisch, Synonym
für -> Milanese, bae) Piemontese, bb) Ticinese, c) Venetisch, ca) Istrisch,
cb) Trentinisch, cc) Veneti, d) Süditalienisch, da) Abruzzese, db) Apulisch,
dc) Calabrisch, dd) Neapolitanisch-Campanisch, de) Lukanisch, df) Sizilianisch,
e) Toskanisch-Korsisch, ea) Korsisch, eb) Florentinisch, ec) Südtoskanisch, ed)
Westtoskanisch.
-
Dialekte
[Haarmann 1975: 263f]: a) Nord- bzw. Galloitalienisch, aa) Ligurisch, ab)
Piemontesisch, ac) Lombardisch, ad) Emilianisch, ae) Romagnolisch, af)
Ticinese, ag) Venezianisch, b) Mittelitalienisch, ba) Toskanisch, bb)
Marchignano, bc) Umbrisch, bd) Latinisch, be) Korsisch, c) Süditalienisch, ca)
Napolitanisch, cb) Abbruzisch, cc) Apulisch, cd) Kalabrisch, ce) Sizilianisch.
- Romanen
Sammelbegriff für
verschiedene romanischsprachige ethnische Gruppen.
-> Alpenromanen ->
Ampurdanesen -> Aragonesen -> Aromunen -> Asturier -> Auvergnaten
-> Bable -> Balkanromanen -> Bündnerromanen -> Burgalesen ->
Cantabrer -> Carlofortino -> Dalmater -> Fascheroten ->
Frankoprovenzalen -> Franzosen -> Friauler -> Furlaner -> Galicier
-> Genuesen -> Gaumais -> Galloitaliener -> Hugenotten ->
Istrorumänen -> Italiener -> Jersey -> Karadjovaliden -> Karagani
-> Kastilier -> Katalanen -> Korsen -> Ladiner -> Leonesen ->
Levantiner -> Lombarden -> Lothringer -> Lugier -> Luxemburger
-> Macedorumänen -> Maurowalachen -> Megleniten -> Moldauer ->
Morlaken -> Namurois -> Occitaner -> Peruleros -> Picarden ->
Pieds Noirs -> Piemontesen -> Pisaner -> Portugiesen -> Provencalen
-> Ragusaner -> Rätoromanen -> Riojanos -> Romagnolen ->
Rosellonesen -> Rumänen -> Rumunjevi -> Sabir -> Sarden ->
Savoyarden -> Spanier -> Toreser -> Tschitschen -> Veglioten ->
Venezianer -> Walachen -> Waldenser -> Wallonen -> Zejanci (Die
in Istrien auftauchenden ethnischen Gruppen
sind fett gedruckt)
- Kroaten
Siedlungsgebiet,
geographische Lokalisierung: ehem. Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien,
Österreich, Italien
Sowohl ethnische Gruppe als
auch Bezeichnung für die Staatsbürger Kroatiens.
Nach Lowmianski kommen die
K. vom Gebiet der Weichsel [Vlahovic 1972: 32]. Ende des VIII., Anfang
des IX. Jhds. lebten die K. im südlichen Teil Pannoniens [Hynek Bulín
1968: 157]. -> Südslawischer Stamm, der im IX. Jhd. östlich von Solun
auftritt. Im X. Jhd. treten die K. in der Küstenregion (Illyrien) und in
Pannonien [Vlahovic 1972: 31]
auf. Bibliographie:
Hynek Bulín, Brno: Aux origines des formations
étatiques des Slaves du moyern Danube au IXe siècle, in: Institut
d'Histoire de l'académie polonaise des sciences: L'Europe aux IXe-XIe siècles -
Aux origins des Etats nationaux. Warschau 1968: 149-205.
Krejici, Jaroslav/Velímski, Vítezslav: Ethnic und
political nations in Europe, Kapitel 10: Yugoslavia: Federation with
Ethno-religious Background. St.Martins Press, New
York. 1981: 139-147.
Stephens, Meic: Kapitel 1: Österreich-The Magyars
und the Croats of Burgenland, in Stephens, Meic: Linguistic Minorities in
Western Europe. Gomer Press, 1976: 1-19.
Stephens, Meic: Kapitel 10: Italien-The Greeks,
Croats und Albanischs of the Mezzogiorno, in Stephens, Meic: Linguistic
Minorities in Western Europe. Gomer Press, 1976: 479-553.
Vlahovic, Petar: Current theories about the
settlement of Slavs in the contemporary Yugoslavian countries und their
anthropological confirmation, in: Ethnologia Slavica, IV, 1972: 25-39.
- Morlaken (serbokr.: Morlak, it.:
Morlacco):
Sozio-ökonomische
Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden die im XV. und XVI. Jhd. von
osmanischen ins österreichische Bosnien übergewechselt sind [Dzaja 1984: 45].
Der Namen M. stammt von -> Maurowalachen, womit man die -> Balkanromanen
oder -> Aromunen bezeichnete [Pounds 1973: 342].
-> Dalmatiner
-> Dalmater [Buschan 1929]
Bibliographie:
Diels, Paul: Die
slavischen Völker. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 1963.
Walachen:
Siedlungsgebiet,
geographische Lokalisierung: ehem. Jugoslawien
Synonym für ->
Balkanromanen, -> Aromunen und -> Megleniten. Nicht zu verwechseln mit
den -> Wallachen. Sprecher des Walachischen (-> Südacorumäisch ->
Standardrumänisch), eines Dialektes des -> Rumänischen. 32 000 in ehem.
Jugoslawien [Kraas-Schneider 1989].
Auch als
sozio-ökonomische Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden, die im XV. und
XVI. Jhd. von osmanischen ins österreichische Bosnien und von
dort nach Istrien übergewechselt sind,
benutzt [Dzaja 1984: 45]. -> Aromunen -> Balkanromanen
Bibliographie:
Clogg, Richard: The Vlachs of Macedonia: some
British perspectives, in:Anglo-Romanian relations after 1821. Anuarul Institutuli de istorie si arheologie 'A. D. Xenopol'. Iasi, Editura
Academiei Republicii Socialiste Romania 1983.
Walchen: "In allen
germanischen Sprachen werden die romanisierten Völker Europas als walchen
(deutsch: Wälsche) bezeichnet (vgl. Waliser, Walachen, Wallonen und die
zahlreichen mit Walchen zusammengesetzten Ortsnamen in Südbayern). Der Name
Walchen geht auf die Volken zurück, einen keltischen Stamm, der zu Caesars Zeit
am mittleren und oberen Main saß; die benachbarten Germanen machten aus Volken:
walchen und übertrugen diesen Namen auf alle Kelten. nach der Romanisierung
wurde 'Walchen' auf die romanisierten Völker übertragen" [Mühlmann
1944: 192]. Walachen ->
Waliser -> Wallachen -> Wallonen -> Walser.
Wallachen,
Synonym für -> Lachen
-> Yalachen:
Untergruppe der ->
tschechischen Sprachgruppe; nicht zu verwechseln mit den -> Walachen.
Bewohner der west. Beskiden, "Nachkommen von rund dreihundert
balkanischen Hirten, die etwa am Ende des 14. Jahrhunderts hier angesiedelt
wurden; sie nahmen die slawische Sprache an, behielten aber ihre hirtentümliche
Lebensformen bei" [Mühlmann 1944: 145].
Waliser (Eigenbezeichung: Cymru;
engl.: Welsh):
Dialekte [Haarmann 1975:
372]: a) Nordwelsh (Powys), b) Südwelsh (Gwent).
Größte keltische
Bevölkerungsgruppe Großbritanniens. Wales (Hauptstadt seit 1956:
Cardiff; walis.: Caerdydd) liegt im Westen der Insel an der Irischen See.
Zwischen 700 000 und 1 Million der 2,7 Millionen Bewohner von Wales sprechen
Cymru (engl.: Welsh; dt.: Walisisch oder Kymrisch), vor allem im Westen und
Nordwesten (Ynys Mon, Caernarfon, Meirionnydd Nat Conwy, Ceredigion,
Carmarthen). Bedeutende walisische Sprachinseln liegen in Brasilien,
den USA und Argentinien (Chubut-Tal). Literatur in walisischer
Sprache gibt es schon seit dem VI. Jahrhundert. Das Walisische ist damit
älteste heute noch gebräuchliche Schriftsprache Europas. Schon 1536 wurde die
Bibel ins Walisische übersetzt, die Zahl der Sprecher ging aber kontinuierlich
zurück. Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es verstärkt Tendenzen, das Walisische
durch TV- und Radiosendungen und die Anerkennung als mögliche Schulsprache zu
stärken. Wales wurde von Agricola dem Römischen Reich einverleibt. Ab 450
drangen Angeln und Sachsen in das Gebiet der keltischen Stämme ein und
verdrängten diese ins heutige Wales. Aus dem altgermanischen stammt auch der
Name 'Wales', von 'wealh = Fremder'.
- Ciccieria, -> Cicci, Istrorumänen
Zitschen:
-> Tschitschen:
Sozio-ökonomische
Bezeichnung von slawisierten Hirtennomaden die im XV. und XVI. Jhd. von
osmanischen ins österreichische Bosnien übergewechselt sind [Dzaja 1984: 45].
Buschan [1929: Karte 16/17]
führt die T. als Untergruppe der serbokroatischen Sprachgruppe an. An anderer
Stelle [1929: 87] nennt er die T. jedoch "slawisierte Rumänen",
die in Istrien leben. So steht zu vermuten, daß es sich bei Buschans T. um die
slawisierten Nachkommen der -> Veglioten und -> Istrorumänen handelt.
Mühlmann [1944: 152] synonymisiert T. sogar mit den Istrorumänen. Dahmen,
Wolfgang/Kramer, Johannes: Die Situation der Istrorumänen in Zejane, in:
Europa Ethnica 1977/34: 61-63.
Ursini, Flavia: Istro-Romanisch. Lexicon der Romanistische Linguistik. III.
Tübingen 1989. 537--548.
Wace, A.J.B./Thompson, M.S.: The nomads of the
Balkans: an account of life und customs among the Vlachs of northern Pindus.
London: Methuen 1914 (rep. 1972). Voegelin &
Voegelin, Dialekte des Italienischen 1977: 297/298
- Vegliot
Veglioten:
Ausgestorben. Der letzte
Sprecher des V. starb 1898 auf der Insel Veglia (Krk) [Wartburg 1939:
156].
"Antonio Udina ( Tuone Udaina-his
real name) was the last speaker of Dalmatian, an extinct Romance language once
spoken on the coast of Croatia. According to "Das Dalmatische:
altromanische Sprachreste von Veglia bis Ragusa und ihre Stellung in der
Apennino-Balkanischen Romania," a book by the Italian linguist Matteo
Bartoli, Udina died June 10th, 1898, at around 6:30 p.m. The following is an excerpt
from Encyclopedia Britannica:
"He
was the main source of knowledge for his parents' dialect (that of the island
of Veglia [modern Krk], though he was hardly an ideal informant; Vegliot
Dalmatian was not his native language, and he had learned it only from listening
to his parents' private conversations. Moreover, he had not spoken the language
for 20 years at the time he acted as an informant, and he was deaf and
toothless as well. Most of the other evidence for Dalmatian derives from
documents from Zara (modern Zadar) and Ragusa (modern Dubrovnik) dating to the
13th-16th centuries. It is possible that, apart from isolated
pockets, the language was then replaced by Croatian and, to a lesser extent, by
Venetian (a dialect of Italian). It is certain, even from scanty evidence, that
Dalmatian was a language in its own right, noticeably different from other
Romance languages."
-> Balkanromanen ->
Dalmater -> Neo-Dalmatisch -> Ragusaner -> Veglioten ->Istrorumänen
Bibliographie:
Wartburg, Walter von: Die
Entstehung der Romanischen Völker. Max Niemeyer Verlag. Halle/Saale 1939.
- Dalmater
Ausgestorben.
Historische ethnische Gruppe. Die Küsten Dalmatiens wurden romanisiert.
Die D. lebten ursprünglich von Mazedonien bis nach Velebit, der Montagna
della Murlacca der Venezianer [Pounds 1973: 342]. Nach Constantinus
Porphyrogenitus siedelten die Romanen dieser Gegend bis an die Donau.
Durch die Einbrüche der Slawen flüchtete die romanische Landbevölkerung in die
wenigen befestigten Städte (Zara, Spalato, Ragusa) oder sie wurden ins Hinterland vertrieben, wo sie
den ständigen Überfällen des Slawen ausgesetzt waren. In diesen Romanen sieht
Pounds [1973: 189] die Vorfahren der -> Balkanromanen und -> Morlaken.
-> Neo-Dalmatisch
-> Ragusaner -> Veglioten
Bibliographie:
Doria, Mario:
Dalmatisch. Lexicon der Romanistische Linguistik. III. Tübingen 1989.
- Ragusaner
Ausgestorben.
Untergruppe der -> Balkanromanen. Bewohner der Republik Ragusa
(heute: Dubrovnik). -> Dalmater ->
Veglioten
- Langobarden
Ausgestorben. Elbgermanen.
Historische ethnische Gruppe.
"Langobarden
= Um 400 wanderten Teile des Stammes von der Unterelbe in Richtung Südosten.
Seit dem Beginn des 5. Jahrhunderts gewann das Christentum in Form des
Arianismus mehr und mehr an Boden. 425 wehrten sie die Hunnen ab; 489
vernichteten sie die Rugier in Noricum. Die Masse des Stammes wanderte nun nach
Südosten ab. 526/27 gewannen sie Pannonien und gerieten damit in Konflikt mit
dem Gepidenreich. 567 riefen sie die Awaren gegen die Gepiden zu Hilfe. Nach
der Zerschlagung des Gepidenreiches verließen sie, einem Abkommen mit den
Awaren gemäß, 568 Pannonien und eroberten zusammen mit Sachsen, Gepiden und
anderen Volksteilen den größten Teil Italiens. Es gelang ihnen aber nie, Rom
einzunehmen. Anfang des 7. Jahrhunderts traten die Langobarden vom Arianismus
zur katholischen Kirche über. 773 rief der Papst Karl d. Gr. (768-814) zu
Hilfe, weil er den Verlust Roms an die Langobarden fürchtete. Im folgenden Jahr
eroberte Karl die Königstadt Pavia und machte der Langobardenherrschaft ein
Ende, indem er sich selbst die "eiserne Krone" des Langobardenreiches
aufsetzte. Die Kernlandschaft der Langobarden trägt heute noch ihren Namen:
Lombardei. Reste der Langobarden in der alten Heimat haben sich den Sachsen
angeschlossen. An sie erinnert der Ort Bardowick bei Lüneburg."
Das L. überlebte in der Lombardei
bis ins IX. Jhd. [Pounds 1973: 187; Bónq 1976].
-> Gepiden
- Venezianisch - Sprache oder Dialekt?
Venezianer:
Untergruppe der -> Italiener.
Ethnisch 4,5 Mill., Muttersprachler 3,3 Mill [Kloss/McConnell 1989]. 2109502 Sprecher des V.
(1976) [Grimes 1984: 320], eines Dialektes des venetischen -> Italienischen.
"Venetan (Vèneto) is a Romance
language spoken in North-Eastern Italy (mainly in the province of Veneto), on
the adjacent Istrian peninsula (Croatia and Slovenia), and in the state of
Rio-do-Sul (Brazil).
There
live about 4,487,560 people in Veneto and half of them currently speaks Venetan
(2,109,502 according to 1976 census) while nearly everybody can understand it.
Venetan was used on the coasts of todays Slovenia and Croatia during the domination of
the Serenìsima Repùblica (fallen in 1797), but people can understand it even
today. The emigrants from Veneto in the early 1900s brought the language to
Brazil where it became a koine (q.v.) for all Italians there (it is called Talian
or Vêneto Brasileiro).
The
ancient population of Veneto seems to have shared some Slavic features but
modern Venetan derives from Vulgar Latin which replaced most of the local
Italic languages after the Roman conquest. During the Serenìsima
Repùblica Vèneta (Republic of Venice), the Venetian variant of Venetan was the
official language and it was well-known around Europe. In this period Venetan
was brought to Dalmatia (the litoral of modern Slovenia and Croatia) and was
used as a commerce language in the Mediterranean region and evidently it
contributed largely to the formation of the Lingua Franca, the famous pidgin
spoken along the Mediterranean coasts till 1800.
The
Indovinello Veronese, considered to be one of the first written documents in
Italian vulgar languageis, shows some linguistic features typical of Venetan.
In the past, a lot of literary works were written in Venetan, though the best
known author, the dramatist Carlo Goldoni, wrote it "in an Italian
way" (that is with Italian orthography -- for instance he changed diexe
ten into diese thus avoiding the old letter x). During the domination of the
Habsburgs Venetan was still the language of the navy even if the language of
the Government was German.
According
to some opinion polls in Veneto the local language is most widely used (85% and
even more in some situations): but the main fact is that it is used in all
domains. One of the reasons for this "survival" can be found in the
geographical structure of the region, that has no real leading town; most of
the towns are under 10,000 inhabitants, and the rest are between 10,000 and
25,000 (apart from the few big towns): it is known that in towns under 30,000
the local language tends to keep its vitality, which increases as the number of
inhabitants decreases. Moreover Venetan is the only language in the territory
mastered actively by large strata of the population.
During
the post war decades a lot of work was done to italianize Venetan speakers, and
some generations were taken to the point of being ashamed of their so called
"dialect" (Italian government considers Venetan a "dialect", and not
a language to protect). «Parla Italian se no te senbri ignorante!» «Speak
Italian or you'll sound ignorant!» has been a common advise from parents to
children for a long time and even in schools. As unill the mid 1960s Veneto was
a poor region, it was usual in films brodcast on the national Italian TV
Venetan to appear to be spoken from men-servants.
Today
there is a new conscience of the necessity of asserting one's cultural
background, and so the problem of the local language re-emerges. In some cases
it is dealt with as an instrument for refined poetry, at a level which is
widely recognized as having nothing to do with provinciality; in other cases,
above all on the part of mass media and public organizations, the local
language/culture is viewed in a folkloristic perspective. There is a third
position, that tends to revive Venetan as a memory of things gone, and adopts
an old-fashioned and purist attitude. The renewed interest in Venetan as a
written language is creating some problems with spelling and the individuation
of a koiné.
The
dynamic situation of the interaction between Venetan, Italian and the
particular variety known as "Popular Italian" (spoken by people who have
Venetan as their mother tongue and have learnt standard Italian imperfectly),
and the fact that the often prophesized death of "dialects" is still far to
come, make Venetan of high sociolinguistic interest. Recently more and more
Venetans are interested in their language and one can hear children speaking
Venetan to their parents (even in medium towns!) but a standard language has
not been developed yet and everybody writes "in its own way" and a
lot of books are printed using Italian orthography (cf. Ven. mezo vs. It. mezzo
mid, middle, Ven. stazion vs. It. stazione station).
There
are some local radios broadcasting in Venetan, but the regional TV still uses
only Italian.
Dante
distinguished in the 13th century three varieties of Venetan, while the modern
linguists discern up to five different dialects:
Venetian
(spoken in Venice, Mestre and other towns along the coast). It has 24
phonemes: seven vowels and 17 consonants. The original Latin plosives are
softened and voiced and often disappear entirely; no double consonants
can be found. There are other traits, but the most typical one is the
phoneme £ which is softened to a pre-velar unroundend semi-vowel, [e];
[m, n] at the end of a syllable tend to become [µ]. As far as the lexicon
is concerned, it can be described as one of the most original ones, above
all in the sector of marine ad navigational vocabulary.
Central
Venetan (Padua, Vicenza, the area of the mouth of the Po), which are
characterised by the survival of the once widespread interdental phones, which
can still be heard in rural areas. The second trait is the metaphony of
[] and [] due to the presence of an [i] that follows: metaphony often
serves in paradigmatic oppositions such as singular/plural,
cf.: el mónte, el ségno => i munti, i signi.
Northern
Venetan (Treviso, Feltre, Belluno): it's the boundary with the Ladin and
Friulan areas, and its lexicon is strongly characterized as "alpine",
contrasting with coastal Venetian While Treviso shows the influence of
Venice, in rural areas interdental phones can still be heard; metaphony
isn't as common as in the central variety.
Western
Venetan (Verona): historically this area does not belong to the Venet area
and that accounts for the quantity of differences between this province
and the rest of Veneto.
"Colonial"
Venetian (according to the definition of the American linguist Bidwell): it
has many internal varieties and is spoken out of the traditional Venetia,
such as in Venetia Julia, in Istria, in Dalmatia and in other Adriatic
areas which were dominated by the Venetian Republic."
- Friauler, Synonym für -> Furlaner
(Eigenbez. Furláns):
Siedlungsgebiet,
geographische Lokalisierung: Italien, Italien: Udine (Provinz), bis nach
Gorizia und Venezia (Provinz)s, Slovenien
Untergruppe der ->
Rätoromanen. Ethnisch 1 Mill; 700 000 in Italien, 300 000 in Übersee
[Kloss/McConnell 1989]. nach anderen Angaben [Grulich/Pulte 1975;
Kraas-Schneider 1989] 520 000.
Dialekte [Salvi 1973: 345]: a) Carnico, b) Friulano occidentale, c)
Friulano zentrale, d) Friulano meridionale, e) Friulano orientale.
Eine Gruppe
von F. lebt auch in Slovenien [Grimes 1984: 319].
Von den
rätoromanischen Dialekten ist das Furlanische zahlenmäßig mit ca. 500 000
Sprechern in den Provinzen Udine, Gorizia und Trieste, die in die autonome
Region 'Friuli-Venezia Guila' eingebunden sind, am stärksten, bei uns im
Gegensatz zu dem Bündnerromanischen und Ladinischen weniger bekannt. Das Gebiet
Friauls, italien. Friuli, nach der römischen Stadt Forum Julii benannt, liegt
im NO Italiens, zwischen Adria und den karnischen Alpen. Als Verkehrssprache
hält sich das Friaulische, das mehr Ähnlichkeiten zu dem Ladinischen als zu dem
Bündnerromanischen besitzt, im nördlichen und mittleren Teil des Sprachgebietes
besser als im Süden. In der Sprache der F. finden sich Elemente des Keltischen,
und es gilt als gesichert, daß die Etrusker die Sprache der alten Räter vor der
röm. Besetzung beeinflußten. Das Lateinische durchdrang die Sprache des
heutigen Friauls seit der Unterwerfung um das 2 Jh. v. Chr. durch die Römer. Im
6. Jh. wurde Friaul zum Herzogtum der Langobarden, ab der Herrschaft Karls des
Großen war es eine fränkische Markgrafschaft. Von 1077 an stand Friaul unter
dem Patriarchat von Aquileja, ab 1420 kam der W unter venezianischen Einfluß,
der O fiel ab 1500 an die Seite der Habsburger. 1797 gelangte das venezianische
Friaul in österreichischen Einflußbereich, ab 1866 Anbindung an Italien, die
Grafschaft Görz ging erst 1918 an Italien, der von Slowenen bewohnte Ostteil
1947 an ehem. Jugoslawien. Erst nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Sprache
der F. durch zahlreiches Erscheinen von schriftsprachlichen Dokumenten
(Almanachen, Zeitschriften, Prosa, Theaterstücke, etc.) eine Renaissance, die
durch eine gemeinsame Form der Sprache bestärkt wird. Autonome Bestrebungen der
F. entwickelte sich durch das Movimento Friuli, das sich für kulturelles
Wiederaufleben und die Autonomie seit den 60.er Jahren engagiert. Der wohl
berühmteste F. war Pier Paolo Pasolini. Die F. befinden sich heute in zwei
gegensätzlichen Prozessen, einerseits der Italienisierung durch die
Massenmedien, Erziehung und Modernisierungsprozesse, andererseits in dem
anwachsenden Interesse einer intellektuellen Minderheit an den eigenen
Traditionen und regionalen Kulturen, Geschichte und der gemeinsamen Landschaft.
-> Bündnerromanen
-> Carnico -> Friulano occidentale -> Friulano zentrale -> Friulano
meridionale -> Friulano orientale -> Ladiner -> Resier
Bibliographie:
Stephens, Meic:
Kapitel 10: Italien-The Friulans, in Stephens, Meic: Linguistic
Minorities in Western Europe. Gomer Press, 1976: 479-553
- Serbokroaten
Siedlungsgebiet, geographische Lokalisierung: ehem.
Jugoslawien, Türkei, Österreich, Ungarn, Italien, Schweden, Türkei,
Griechenland, Rumänien, alte BRD
Dialekte [Voegelin & Voegelin 1977: 312]: a)
Cakavisch (Norddalmatien, Adriainseln), b) Kajkavisch (BW-Kroatien),
c) Stokavisch, ca) Ostherzegowinisch (Jekavisch), cb) Istrisch Ikavisch
(Ikavisch), cc) Kosova-Resava (Ekavisch), cd) Spät Ikavisch (Ikavisch), ce)
Rumänisch Serbokroatische Dialekte (Ekavisch), cf) Slawonisch (Ikavisch), cg)
Sumadija-Vojvodina (Ekavisch), ch) Zeta-Lovcén (Jekavisch), d) Torlakisch,
Synonym für -> Sopisch [Haarmann 1975: 290].
-> Bosnier -> Bunjewatzen -> Cakavisch ->
Dalmatiner -> Ekavisch -> Herzegowinen -> Ikavisch -> Istrisch
Ikavisch -> Jekavisch -> Jugoslawen -> Kajkavisch -> Kosova-Resava
-> Kroaten -> Montenegriner -> Morlaken -> Ostherzegowinisch ->
Rumänisch Serbokroatische Dialekte -> Schokatzen -> Serben ->
Slawonisch -> Spät Ikavisch -> Stokavisch -> Sumadija-Vojvodina ->
Torlakisch -> Tschitschen -> Zeta-Lovcén
Bibliographie:
Vlahovic, Petar: Current theories about the
settlement of Slavs in the contemporary Yugoslavian countries and their
anthropological confirmation, in: Ethnologia Slavica, IV, 1972: 25-39.
- a) I soldati di Tito facevano irruzione - spesso di
notte - nelle case dei civili inermi, i quali poi venivano caricati su dei
camion e, con le mani straziate dal filo di ferro e avvinti tra loro a catena,
venivano portati verso l'orlo dell'abisso; una scarica di mitra faceva cadere i
primi, che trascinavano con loro tutti gli altri verso il crudele destino.
Certi avevano la " fortuna " di morire sull'istante, certi altri - invece
- dopo esser precipitati per centinaia di metri, continuavano ad agonizzare,
sentendo accrescere in loro l'atroce dolore provocato dagli spuntoni delle
rocce; vi erano anche persone che - prima di essere uccise - venivano
cinicamente spogliate e seviziate, sono stati ritrovati - infatti - cadaveri di
donne stuprate o gravide, alle quali veniva reciso il ventre per estrarre il
feto; uomini evirati o castrati, a cui venivano messi i testicoli in bocca;
teschi, ai quali erano stati estirpati denti d'oro e cittadini decapitati e con
la testa dei quali si improvvisavano partite di pallone tra commilitoni; molti
venivano lapidati dopo aver portato sulle spalle le pietre per la loro
esecuzione; altri arsi vivi;. innumerevoli erano le modalità di esecuzione
delle vittime: " il mondo civile dovrà inorridire quando sarà possibile
far luce su tutti gli orrori e i delitti di cui si macchiarono senza
giustificato motivo i partigiani jugoslavi. E' vero che torturavano. E' vero
che fucilavano senza ragione. Il supplizio di legare i pazienti per le braccia
ai pali e tenerli così sospesi per delle ore era all'ordine del giorno. Delle
volte le grida di dolore dei torturati facevano impazzire noi poveretti che
eravamo obbligati ad assistere al supplizio " ( Antonio Cau, Appuntato
della Guardia di Finanza - Maggio 1945 ) .
Si tentava con la violenza di capovolgere i date
anagrafici della regione, deportando o uccidendo italiani, convogliando sloveni
e croati sul luogo e manomettendo le anagrafi, lo stesso metodo che usava la
Russia nei paesi baltici.
b)Il 23 giugno 1945 Winston Churchill, che è stato il
primo a fornire aiuti militari a Tito e che ha fatto paracadutare il proprio
figlio Randolph fra i partigiani jugoslavi, scrive a Stalin: << grandi
crudeltà sono state commesse in quella zona dagli slavi contro gli italiani,
specialmente a Trieste e a Fiume. Le pretese aggressive del maresciallo Tito
devono essere stroncate >>. L'orrore delle Foibe, in cui hanno perso la
vita migliaia di connazionali, gettati dai soldati titini con un colpo alla
nuca ( a volte neanche quello ), è la documentazione di un cumulo di rancori,
odi, vendette e rappresaglie su " fascisti ", che la maggior parte
delle volte erano soltanto italiani, ai quali bisognava far finalmente pagare
la colpa della loro nazionalità.
Als
Kriegsverbrecher, die an den ethnischen Säuberungen
in Istrien Hauptbeteiligte waren, wurden bis
zuletzt insbesondere der Kroate Ivan Motika (auch
genannt der 'Henker von Pisino') und der Kroate
Oskar
Piskulic (genannt 'Zuti') gesucht.
Aber auch Istrianer selbst, wie Mate Stemberga
aus Albona/Labin, die mit den einfallenden jugoslawischen
Partisanen kollaborierten, waren an den Säuberungen
aus privaten, sadistischen Gründen beteiligt.
Eine alte Dame aus Albona/Labin-Vines erzählt
dazu folgende Geschichte der istrianischen Journalistin
Laura Marchig. Aus: 'La Voce del Popolo',
August 1990, Istrische Tageszeitung: 'Nell'intervista concessa alla
giornalista de "La Voce del Popolo" Laura Marchig all'inizio di
agosto 1990, una donna anziana di Vines così si espresse sullo Stemberga: "No
ghe mancava niente, el gaveva l'America a Vines. La sua era una famiglia molto
ricca, erano possidenti, ma lui, non so perché, odiava i benestanti, i borghesi
in genere, odiava tutti, e divenne il carnefice del movimento partigiano.
Dicono che sia stato Stemberga il primo a gettare la gente nelle foibe. Ma mica
solo nelle foibe: in mare, nelle grotte d'acqua salata vicino a Fianona.
Ammazzava la propria gente. Fu lui, a capo di uno squadrone della morte, a
raccogliere per le case di Albona parecchie decine di italiani, scelti fra
quelli che egli conosceva, tra quelli che appartenevano alla piccola borghesia
albonese. Diceva che questi, una volta arrivati i tedeschi, avrebbero potuto
collaborare con loro. Li vennero a prendere di notte, li legarono insieme con
del filo di ferro e li caricarono su una barca, poi li trasportarono al largo.
Lì, a ognuno un colpo in testa e, via, in mare. Mate Stemberga era un
criminale, ne ha accoppati tanti, ma tanti! Ha rovinato anche la mia
famiglia".'
- Aus: FF -
Südtiroler Illustrierte (19/95) von Riccardo Della Sbarba. Eine Publikation der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Weiterverbreitung bei Nennung der Quelle erwünscht. Una pubblicazione dell'Associazione per i popoli
minacciati. Si prega di citare la fonte.
I profughi
istriani e dalmati - questo in Sudtirolo non lo sa quasi nessuno - furono degli
optanti - come i sudtirolesi, ma assai più sfortunati. Sono fuggiti in 350 mila,
dopo
aver avuto sedicimila morti. Come ai
sudtirolesi nel 1939, nel 1947 agli italiani rimasti dentro il confine
jugoslavo fu proposta l'"opzione" tra la cittadinanza slava e quella
italiana. Chi si dichiarava
italiano
(e furono i più) veniva
immediatamente espulso dal paese - con un decreto che finiva con "Morte al
fascismo, libertà al popolo!". I "rimpatriati" potevano portare via solo
qualche valigia, mentre sul resto dei loro beni tra Roma e Belgrado si stava
tessendo uno sporco affare. Dopo la guerra infatti l'Italia doveva alla Jugoslavia 200
milioni di dollari in danni di guerra. De Gasperi propose allora che la
Jugoslavia si ripagasse coi beni dei "rimpatriati" - ci avrebbe pensato
poi il governo italiano
a rimborsare i profughi. Ma le cose non andarono affatto così. Non
accadde subito, accadde dopo il 18 aprile 1948, dopo che De Gasperi ebbe vinto
le elezioni - e le vinse anche grazie ai racconti che i profughi facevano in
giro per
l'Italia sulla "barbaria comunista". Fu dopo le elezioni che si cominciò a
parlare dei rimborsi. Ma per averli il governo italiano scoprì d'un tratto che
occorreva ad ogni
esule un attestato jugoslavo di confisca dei beni: chi poteva averci pensato,
nei giorni drammatici dell'esodo? La
delusione fu enorme: loro, che erano fuggiti per poter restare italiani,
venivano ora traditi dalla loro stessa patria. Cominciarono a chiedere
disperatamente documenti
a consolati e ambasciate, mostrarono foto di cimiteri con le tombe di famiglia,
tentarono cause in tribunale. Il poco che fu riconosciuto arrivò dopo molti
anni, e
a rate. In
questo clima, a metà degli anni '60, si fece vivo anche l'esercito: qualcuno al
Ministero si era ricordato delle famiglie di esuli ospitate nella caserma di
Laives tra il '48 ed
il '54. E ora, dieci anni dopo, chiedeva gli arretrati dell'affitto. L'ultima
beffa.
- Matteo Giulio Bartoli, Sprachforscher geboren am 22.11.1873
in Albona, Liburnien, gestorben am 23.1.1946 in Torino. Dialektforscher, Mithg. des 'Archivio glottologico italiano'
und Mitbegründer des 'Atlante linguistico italiano'.
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